Bildgestaltung – Color Grading – Sounddesign – Stereo Mix – Produktionsassistenz
Des Nachts soll in Oppenau eine gespenstische Frau umhergehen, die Frauen ermahnt schlafen zu gehen, sollten sie zu später Stunde noch häusliche Arbeit verrichten. Dabei ist die Erscheinung der „Langen Ell“ so groß, dass sie selbst durch die Fenster des zweiten Stocks spähen kann.
Mit dieser lokalen Volkssage aus dem Heimatdorf unserer Produktionsleitung Maren Rosenberger war die Idee für einen kleinen Horror Film geboren. Gebunden an unsere Projektarbeit an der Hochschule Offenburg, war vorallem der strikte Zeitplan eine große Herausforderung für das Projekt.
Während der Vorbereitungen übernahm ich zunächst einige organisatorische Aufgaben und setzte später beim Dreh unsere Vision an der Kamera um. In der Postproduktion arbeitete ich eng mit meinem Bruder Luca, der die Regie des Projekts übernommen hatte zusammen, um den Schnitt zu gestalten. Später folgten noch Color Grading und Sounddesign.
Ein Highlight war für mich den Schocker am Ende mit praktischen Special Effects umzusetzen. Am Ende soll die übergroße lange Ell den langen Flur zum Zimmer der Protagonistin herangepirscht kommen. Dabei soll sie so riesig wie in den Sagen wirken und sich nur mit Mühe in den – für sie viel zu kleinen – Flur zwängen. Dafür bauten wir einen detaillierten Flur im Studio der Hochschule als Miniatur nach, durch den die Schauspielerin der Langen Ell laufen konnte. Die Koordination zwischen dem Bild-Material am eigentlichen Motiv und der zweiten Ebene im Studio war eine spannende sowie belohnende Aufgabe zugleich.






In den Straßen von Oppenau geht Nachts eine gespenstige Frau, in der Ortstracht, um. Sie ist so hoch, daß sie in den zweiten Stock der Häuser sieht, und wird die lange Ell genannt. Frauen, welche noch spät in der Nacht häusliche Geschäfte verrichteten, hat sie schon ermahnt, dieselben künftig früher zu besorgen.
Bernhard Baader: Neugesammelte Volkssagen aus dem Lande Baden und den angrenzenden Gegenden. Band 2, Karlsruhe 1859, S. 51.